Unsere Geschichte

Achtung: An diesem Bereich wird derzeit noch gearbeitet. Wir bitten um Verständnis.

Navigieren: Grundungsjahre - Zwischenkriegszeit - Nachkriegszeit - Seit 1980

Grundungsjahre

Bereits im Jahr 1821 wird in einer Urkunde dokumentiert, wie diverse Gerätschaften zur Brandbekämpfung in den Besitz der Gemeinde übergehen, darunter u.a. „zwey Feüerspritzen“, „Steinpohrer“, „Prunnen Pohrer“ und eine „Wagen-Remiß“. Es mussten schon von diesem Zeitpunkt an Männer vorhanden gewesen sein, die mit diesen Spritzen und Geräten umgehen konnten und somit die Vorfahren der später gebildeten Freiwilligen Feuerwehr gewesen sein.

  • Statuten1
  • Statuten2
  • Statuten3

Die Statuten der Feuerwehr Pettnau von 1877 (zum Vergrößern klicken)


Die sonstige mündliche Überlieferung nannte immer das Jahr 1875 als Gründungsjahr. Offiziell wurde die freiwillige Feuerwehr Pettnau im Jahr 1877 gegründet. Am 16. August 1877 reichte Vorsteher Etschmann die Statuten in die k.u.k. Statthalterei in Innsbruck ein, von der sie am 16. September 1877 zur Kenntnis genommen wurden.
Das vorbereitende Komitee, also der erste Ausschuss der Feuerwehr Pettnau setzte sich zusammen aus:

  • Thomas Etschmann, Kommandant
  • Theodor v. Troyer, Schlauchkommandant
  • Josef Abfalter, Steigführer
  • Franz Mader, Spritzenmeister
  • Josef Heiß, Spritzenmeister
  • Georg Gruber, Kassier
  • Christof Vögele
  • Franz Gapp
  • xbfkvongraffviktor1
Fünf Jahre nach der Gründung unserer Feuerwehr, im Jahr 1882, wurde der Bezirksfeuerwehrverband Innsbruck (-Land) gegründet. Dr. Otto Stolz, Obmann des Gauverbandes der Freiwilligen Feuerwehren Tirols und Viktor Freiherr von Graff, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck luden die bestehenden Feuerwehren zur konstituierenden Versammlung des Bezirksverbandes ein. Viktor Freiherr von Graff (Bild) ging aus dieser Sitzung als erster Bezirkskommandant von Innsbruck(-Land) hervor.

Neben den Feuerwehren Absam, Birgitz, Flaurling, Fulpmes, Hall, Kematen, Oberhofen, Pfaffenhofen, Telfs, Wattens und Zirl zählt also auch Pettnau zu den Gründungsfeuerwehren unseres Bezirksfeuerwehrverbandes.

 

Zwischenkriegszeit

Bereits im Jahr 1925 bauten die acht Leiblfinger Grundbesitzer einen Hochdruckwasserbehälter unter der Leitung von Altbürgermeister und Feuerwehrkommandant Gilbert Haselwanter. Gleichzeitig wurde die hölzerne Spritzenschupfe neu aufgemauert und beides zusammen im Jahr 1925 feierlich seiner Bestimmung übergeben. Leiblfing hatte durch die drei Hydranten, die auf gestellt wurden, eine rasch einsetzbare Feuerlöschmöglichkeit.

Die laufenden Aufzeichnungen beginnen im Jahr 1930. Zu dieser Zeit hatte die Feuerwehr Pettnau einen Stand von 54 Männern. Laut Beschluss des Gemeinderates vom 13. September 1932 wurde eine Motorspritze angeschafft, die von der Fraktion Unterpettnau bezahlt wurde. Der Schmied Josef Lindenthaler und Anton Artho machten vom 14. bis 17. November 1932 den Motorspritzenwärterkurs mit.
1933 wurde unweit des Aliterhofes (Scheiring/Kleinhans) größtenteils aus Mitteln der Tiroler Landesbrandschadenversicherungsanstalt ein Grundwasserschacht und auch in der Schmalzgasse ein Löschbassin errichtet.

Als – zumindest aus heutiger Sicht – humorvolles Ereignis ging das Feuerwehrfest vom 13. Mai 1934 in die Geschichte ein. Vorgesehen war die Einweihung der neuen Motorspritze und die Verleihung von Ehrenzeichen an verdiente Mitglieder mit einer anschließenden Schauübung und einem abschließenden Fest. Zu der Verleihung der Ehrenabzeichen und der Übung ist es jedoch nicht gekommen, da vom Bezirksverband keine Vertretung erschienen war. Deshalb ließ Kommandant Haselwanter die Musikkapelle am Festplatz aufmarschieren und den „Glückstopf“ (Tombola) eröffnen. Mit einstündiger Verspätung ist dann aber doch noch ein Vertreter des BFV, Bezirkskommandant Roman Scheran, mit seinem Motorrad angerückt. Als er die Meldung bekam, dass die Feierlichkeit schon bereits beendet worden ist, war er höchst aufgebracht und ordnete trotzdem die Übung an. Die Feuerwehrmänner waren aber gänzlich beschäftigt, da das Fest bereits im vollen Gange war. Die Schauübung hat viel zu wünschen übrig gelassen, die Leute kehrten Großteils nicht mehr zum Festplatz zurück. Alle Feuerwehrmänner waren voll Verdruss und es war ein Einnahmenverlust von mindestens 150 Schilling zu verzeichnen.

Für 29. Juni 1935 war eine Feuerwehrinspizierung angesagt, aber die Feuerwehrmänner waren schon sein 4 Uhr früh im Einsatz gegen das Innhochwasser. Von der Ebene bei Leiblfing bis zur Bahnstrecke in Hatting war alles ein einziger See. Sogar die Bundesstraße war überflutet. In den folgenden Jahren gab es laufend Ärger mit der Motorspritze, die trotz verschiedener Reparaturen nicht mehr recht funktionieren wollte.

 

Nachkriegszeit

Im März 1950 legte anlässlich der Jahreshauptversammlung Kommandant Gilbert Haselwanter seinen Posten nieder, nachdem er durch 28 Jahre hindurch als Kommandant gedient hatte. Neuer Kommandant wurde sein Sohn Josef Haselwanter.

  • einweihungfahne
Im Jahr 1962 wurde eine neue Motorspritze geweiht. Gleichzeitig war auch eine Ehrenzeichenverleihung durch Bezirkshauptmann Dr. Albert Nöbl in Anwesenheit von Landeskommandant Karl Glas aus Seefeld und Abordnungen aus Telfs, Zirl, Polling, Wildermieming und Hatting.

1965 wurde in Oberpettnau eine neue Feuerwehrgarage errichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Feuerwehrgeräte im gleichen Schuppen untergebracht wie 1821. 1970 wurde dann das Feuerwehrgerätehaus Unterpettnau auf dem Schulgelände errichtet und am 30. August 1970 eingeweiht.

  • einweihungffhaus
Im Jahr 1973 wurde ein gebrauchter Tanklöschwagen und eine RK 40 Motorspritze angekauft. Ein Jahr später, 1974, wurde das Opel-Blitz-Feuerwehrauto angeschafft, welches bis heute gute Dienste für unsere Feuerwehr leistet.

Am 11. und 12. Juli 1975 das 100-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Pettnau festlich begangen.
Bei der Jahreshauptversammlung im März 1978 konnte auch über die Anschaffung einer Funkanlage berichtet werden. 1979 kam ein Stromaggregat dazu.

  • josefhaselwanter
Niemand hätte geglaubt, dass die Jahreshauptversammlung vom 19. Mai 1979 die letzte sein sollte, die Kommandant und Abschnittskommandant Josef Haselwanter abhalten würde. Am 6. Februar 1980 um 14 Uhr hatte ein Baum die Stromleitung am „Goldbühel“ niedergerissen und den Weg verlegt. Kommandant Haselwanter war gerade dabei, mit der Motorsäge eine Staude abzuschneiden, als das lehmige, durch die starken Regenfälle der letzten Tage nasse und schwere Erdreich ins Rutschen kam.
Haselwanter wurde wenige Meter mitgerissen und bis zu den Oberschenkeln eingegraben. Noch bevor er aus der fürchterlichen Lage befreit werden konnte, kam der ganze Hang vom Bergweg, 30 Meter oberhalb des Gemeindeweges in einer Breite von ca. 15 Metern ins Rutschen und verschüttete Josef Haselwanter zur Gänze. Trotz sofortiger Hilfe kam jeder Rettungsversuch zu spät. Niemand konnte sich erinnern, dass an dieser Stelle je ein Erdrutsch abgegangen war.

Josef Haselwanter war 30 Jahre Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pettnau, seit einigen Jahren Abschnittskommandant des Abschnittes Telfs, 18 Jahre Gemeinderat, 6 Jahre Ortsbauernrat, Mitglied der Sängerrunde, des Sportvereins und ein besonders aktives Mitglied der Volksbühne Pettnau. Am 9. Februar 1980 wurde Kommandant Josef Haselwanter unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und großer Feuerwehrabordnungen aus der Umgebung sowie hoher Ehrengästen zu Grabe getragen. Mit ihm wurde nicht nur ein guter Feuerwehrmann und Familienvater, sondern ein Stück Pettnau der geweihten Erde übergeben. An der Unglücksstelle wurde für ihn eine Gedenkstätte errichtet. Gott gebe, dass ein solches Unglück nicht noch einmal passiert.

 

  • beerdigung1
  • beerdigung2
  • beerdigung3

 

Seit 1980

Bei der Jahreshauptversammlung am 19. April 1980 wurde Josef Mader zum neuen Kommandanten gewählt. In den darauffolgenden Jahren musste die Feuerwehr immer wieder zu Unfällen an der Autobahn, Waldbränden und Bränden in den Nachbargemeinden ausrücken. so waren am 20. Juli 1985 beim Hagelschlag in Unterpettnau ca. 20 Mann im Einsatz und bei der Unwetterkatastrophe am 6. August 1985 zwischen 20 und 30 Mann mit Tauchpumpen, Druckfässern und 2 Motorspritzen. Der Austritt des Mösererbachls verursachte in Oberpettnau große Schäden. Kellerüberflutungen gab es in den Ortsteilen Kellertal, Mitter- und Unterpettnau. Der Einsatz dauerte drei Tage.

  • zubau
Am 14. August 1988 konnte der Erweiterungsbau zum Feuerwehrhaus Unterpettnau mit einer dritten Garage und einem Aufenthaltsraum sowie sanitären Anlagen eingeweiht werden, für den viele Feuerwehrkameraden freiwillige Arbeit geleistet hatten. Auch das Funksirenensystem wurde ausgebaut.

Im Jahr 1989 hat die Feuerwehr Pettnau die Motorspritze der Firma Rosenbauer, Type BMW – Fox TS 12 angekauft. Am 4 Dezember 1990 wurde der Beschluss gefasst, ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF) anzukaufen. Die Lieferung erfolgte im Feber 1991, der Aufbau wurde von der Firma Marte in Vorarlberg montiert. Für die weitere Ausrüstung des TLF war der Ankauf eines Funkgerätes sowie der Atemschutzausrüstung notwendig. Am 21. Dezember 1991 wurde das fertige Tanklöschfahrzeug von der Freiwilligen Feuerwehr Pettnau übernommen und anschließend in Dienst gestellt, der alte Tanklöschwagen wurde ausgemustert.

Vom 24. bis zum 26. Juli 1992 wurde ein Feuerwehrfest abgehalten; am 25. Juli 1992 konnte die Freiwillige Feuerwehr Pettnau beim durchgeführten Abschnittsbewerb den Tagessieg erringen. Am 26. Juli 1992 wurde im Rahmen einer Feldmesse die Einweihung des neuen Tanklöschfahrzeuges und der BMW-Fox-Motorspritze durch den HH Pfarrer Franz Bonatti vorgenommen. Als Patinnen konnten für das Tanklöschfahrzeug Frau Marianne Spiegl und für die Motorspritze Frau Elisabeth Mader gewonnen werden.

Bei der Jahreshauptversammlung vom 6. Feber 1993 stellte Josef Mader seine Position als Kommandant nach 13 Jahren (vorher 7 Jahre als Kommandant-Stellvertreter) zur Verfügung. Aus den Wahlen ging der neue Ausschuss mit Kommandant Josef Riml, Kommandant-Stellvertreter Heinrich Kranebitter, Schriftführer DI Walter Degenhart und Kassier Rudolf Lindenthaler hervor. Zwei Jahre später, 1995, löste der spätere Kommandant Ing. Peter Berchtold Rudolf Lindenthaler als Kassier ab.